Workshop "Informatik und die Digital Humanities"

Der Verband DHd – Digital Humanities im deutschsprachigen Raum hat in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig einen Workshop zu dem Thema “Informatik und die Digital Humanities” veranstaltet. Der Workshop fand am 3. November in Leipzig in den Räumen des Instituts für Informatik statt.

Neu: Book of Abstracts erschienen!
Ein “Book of Abstracts”, in dem für den Workshop ausgewählte Beiträge und Beiträge der Workshop-Organisatoren gesammelt sind, kann hier heruntergeladen werden.

Wichtige Daten:
Deadline für die Einsendung von Beiträgen: 5. September
Benachrichtigung über die Annahme von Beiträgen: 30. September
Deadline für Registrierung: 28. Oktober 2014
Workshop in Leipzig: 3. November 2014

Die Teilnahme an dem Workshop ist kostenlos, wir möchten Teilnehmer und Beitragende aber dennoch bitten sich baldmöglichst zu registrieren, damit wir in Bezug auf die Raumplanung (d.h. welcher der beiden reservierten Räume ist von der Größenordnung her geeignet), das Catering und die Erstellung einer Teilnehmerliste zügig vorankommen.

Thema der Tagung

In den vergangenen Jahren hat das Thema „Digital Humanities“ in Deutschland deutlich an Interesse gewonnen, dafür sind unter anderem auch die entsprechenden Ausschreibungen des BMBF verantwortlich. Aus den Geisteswissenschaften heraus hat sich dazu 2013 der Verband DHd (“Digital Humanities im deutschsprachigen Raum”) gegründet, der im März 2014 seine erste Jahrestagung in Passau mit ca. 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgehalten hat.

Zahlreiche Informatikerinnen und Informatiker arbeiten in DH-Projekten und kooperieren mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Geisteswissenschaften. Während sich Letztere nun organisieren und ein klareres Bild dieser Forschungsrichtung und -methodik zeichnen, bleibt die Perspektive der Informatik noch unscharf.

Der Workshop bedenkt deshalb das Verhältnis der Informatik zu den Geistes- und Kulturwissenschaften im deutschsprachigen Raum aus der Sicht der Informatik. Die Tagung in Passau hat gezeigt, dass es weiterer Klärung bedarf, in welcher Wechselbeziehung die Informatik zu den Fächern der Humanities steht. Kann die Kommunikation der (mindestens) “Zwei Kulturen” (C. P. Snow) erleichtert werden? Welcher Art kann ein Wissen sein, das in Mensch-Maschine-Verbünden entsteht?

Weder kann die Informatik die Probleme der Anderen schlicht lösen, noch können die Humanities hoffen oder erwarten, dass industrielle Computertechnik so ohne Weiteres eine große Hilfe bei ihren nur schwer formalisierbaren Fragestellungen sein könnte. Was ist das Besondere an den informatischen Problemstellungen der DH? Sind sie einfach nur ein weiteres Anwendungsgebiet der Informatik? Welche Teile der hermeneutisch orientierten Geisteswissenschaften informatischen Verfahren der Berechenbarkeit unterworfen werden können, wo also Computer besonders nützlich wären, das ist noch nicht restlos geklärt. Wie würde die Informatik solche Felder charakterisieren, scheint eine Typologie auf?

Entsteht da vielleicht eine neue Bindestrich-Informatik, oder sickert so viel informatische Fachkenntnis in die Geisteswissenschaften, dass diese sich selbständig machen kann? Bleibt das Abenteuer der DH also dauerhaft transdisziplinär, oder kommt es absehbar an sein Ende?

Weiterhin ist völlig offen, wie die Informatik sich selbst verändert, wenn geisteswissenschaftliche Ansätze ins Spiel kommen, wie sie selbst davon profitiert, dass ihr Methodenspektrum und ihre Anwendungsbereiche sich ausweiten. Welches ist das Forschungsinteresse der Informatik an den DH? Ist es vielleicht an der Zeit, eine DH-GI-Fachgruppe zu gründen?

Der Workshop wird im Kreise der Autorinnen und Autoren der angenommenen Papers stattfinden. Alle diese Papers werden vor der Veranstaltung allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zugestellt, sie werden wechselseitig vorgestellt und dann diskutiert. Aus diesen Beiträgen wird auf der DH 2015 im Februar 2015 in Graz ein Panel zusammengestellt werden.

Auswahlkommission:
Andreas Henrich, Bamberg
Gerhard Heyer, Leipzig
Günther Görz, Erlangen-Nürnberg
Manfred Thaller, Köln
Martin Warnke, Lüneburg